Tina Oelker

Die Welt ist eine Ananas, und in ihr wohnt ein Hase.

Text

DAS BUCH VON HASEN UND GÖTTERN,  N° 1,  2001 – 2021

Textauszug:
Elysium heißt´s und keiner weiß – wo all das begann – So verdoppeln wir den Ursprung auf drei und halten wachsam Ausschau – Zahlen zum Zweck der Nennung kümmern uns nicht – Die Zielscheibe liegt auf Eis – noch – doch man weiß nie – wann geschossen wird – Vielleicht schon bei zwei – Blumen für die Katze – Tom schlägt sich so durch – Der Hase war´s – und im Zeichen eins

Text excerpt:
my beating heart | hunting down | guardian or hunter – the content drives to the blossom | the killing to the meat – the fruit picked and eaten | swallowed the beast – carried on to the next brood – the one merges and gives birth to the new – the other cooks and dissolves the old – unthinkable and yet | we live both – the being is vital without the shot – life remains phenomenal – tally ho and out

queen for the night – king for the day

kraftvoll im unterschied
energisch der versuch
sie zu verbinden
im verstand allein
kaum nachzuahmen
anziehung in der gegenwart
sichtbar dann im
gemeinsamen auftreten
geschützt durch verbundenheit
der gedanke | es aufzulösen
um es nachzuahmen
bleibt wirkungslos
einzigartig das geheimnis
in der kombination
verbinde dich selbst
bleib dabei

20 YEARS OF HARES AND GODS
The artist book bundles and unfolds 20 years of work on 320 pages. The hare leads you through the vibrant world of Tina Oelker.
signed/limited edition: online shop

 

1000 THESEN
Index cards | Thesen auf Karteikarten

MAGAZINE FOR THE ARTS 
N° 01,235 | Newspaper | 2018 | Ausgabe für Zeit und Geld

HORTEN SIE IHR GELD, KARSTADT GEHT PLEITE

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der viel gibt. Der Hortende, der ständig Angst hat, etwas zu verlieren, ist psychologisch ein armer Habenichts, ganz gleich, wie viel er besitzt. Wer dagegen die Fähigkeit hat, anderen etwas von sich zu geben, ist reich.“ (Erich Fromm)
Zur Ausnahme und auf diese Weise ein Zitat, denn der Mann ist fromm wie gut. Die Übersetzung nun mehr nicht, eher so: Horten Sie ihr Geld, Karstadt geht Pleite. Geld an sich ist voll von Schuld, wir brauchen einen neuen Wechsel. Have some change! Kredit, Zins, und Schuld, wer ist es wert, beschenkt zu werden? Reden wir im nächsten Text einfach mal von Wert und bewerten nicht, denn das ist ein Magazin für die Kunst und die weiß vom Maß der Dinge. Es ist vielleicht weniger das Geld, was stört, es ist der Umgang und das Verständnis zur Schuld. Die einen Erben Dinge und Verantwortung, die anderen Schulden und schlechtes Gewissen und umgekehrt. Es ist weder ungerecht noch gerecht, es gilt nicht der Vergleich, wenn doch viel mehr die Erkenntnis, die aus beidem wachsen kann. Letztendlich steht es jedem frei, sich zu lösen, entweder von den Dingen oder den Gedanken. Daß das Geld fiktiv ist und tatsächlich nur zum Zehntel existiert, stört kaum jemanden, und so erregt man sich lieber über Haben und nicht Haben, statt dem Sein. Am Ende steht jeder jedem in der Schuld, weil jeder zwar voll von Mißtrauen doch kaum an Erfahrung von der Schönheit des Gebens zu sein scheint. Jedoch, schaut man bei Zeiten noch mal rückwirkend genauer hin, erkennt man, daß doch jeder gibt was er kann, wenn auch unfreiwillig. Das Geheimnis, dies sofort zu erkennen, ist einfach: Man geht einfach davon aus.

DAS LEPORELLO
German poetry in moving pictures

Sprecher: Marie Biermann, Özlem Cetin, Sven Fricke, Esther Garben, Gunnar F. Gerlach, Eva Gabriel-Jürgens, Katja Kullmann, Rudi Kargus, Manuel Alec Klein, Florian Lienkamp, Laura Giannina Oelker, Tina Oelker, Michael Perlbach, Anja Riedel
Text, Konzept, Cast, Produktion, Film + Schnitt: Tina Oelker
Musik + Musikbearbeitung: Özlem Cetin
Musik: Manuel Alec Klein
23:20 Min. | @ 2014