I N T E R V I E W S / A R T I C L E S
 
 
W E L T K U N S T , 2016
Z E I T O N L I N E , 2014
W E L T O N L I N E , 2013
B R A N D E I N S M A G A Z I N , 2012
M O P O , 2012
H A M B U R G E R A B E N D B L A T T , 2011
A R T M A G A Z I N , 2009
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R E V I E W S
 
 
personal statement / english
 

Es begann mit dem Zeichnen von Natur und Mensch, führte mich über Farb-und Formlehre Ende der 1980er zuerst in die Abstraktion und mit Anfang Zwanzig in die Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten, Einflüssen, Spiel-und Experimentierfreude. Der stetige Wechsel von Verlieren und Wiederfinden war für mich ein Antrieb, interne und externe Gegensätze zu vereinen. Für die Außenwelt jedoch wollte ich
mich nur ungern festgelegen, der Freiheitsgedanke zu groß, um mich auf ein Thema einzulassen, trieb es mich weiter.
Der Wunsch der eindeutigen Kommunikation führte mich zur Jagd, zum Tier, über den Körper, in die Erotik, zur Hochzeit und zurück zur Jagd, dabei stets das frühe Drama, der existentielle Kampf zwischen Mann und Frau als Motiv im Hintergrund. So musste ich zum Hasen kommen, der bereits in der griechischen Mythologie für die Vollkommenheit und Einigkeit, für männlich und weiblich steht, ihn ganzheitlich erfassen und loslassen. Dieses Motiv ließ mir den Raum, um in meinem Tempo zurück zur abstrakten Malerei zu finden und lehrte mich, zu verstehen, dass jeder das Recht und die Fähigkeit hat, auf seine individuelle Weise herauszufinden, was er ist und auch dies zu leben.
Ich glaube, unsere größte Herausforderung ist es, dies nicht nur für andere anzuerkennen, sondern auch für sich selbst.

 
Tina Oelker, April 2017
early paintings _ link
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A studio visit
 

The german painter, Tina Oelker was born on the 7th of Dec. in 1973 in Westfalia and is now living and working Hamburg. At the age of 15-19 she studied Modern Art in her home town Hamm. During her studies she met the Italian (Avandgarde) Artist, Federico Schiaffino, who inspired her work, invited her to Portofino and exhibited her work. After her graduation in 1994 Tina Oelker moved to New York, to study Fine Art at the Art Students League and illustration at School of Visual Arts. Back in Germany she directly started to exhibit and held several live-painting performances. From 1997-2004 she studied Design at the University HHW in Hamburg. During that time she became one of the most present artists and curators in Hamburg. In 2004 she finished her project, “Durchgang” (producer gallery) and concentrated intensively on her paintings. Tina is currently presenting herself with her project, “1ooo Hares – limited edition” and her hunting motives. “Her large oil paintings (200 x 200 cm) show pestering restlessness and vehemence, emotions spread out directly and naked. She intends to provoke the viewers emotions, not to say she attacks them.
Tina Oelker doesn´t go easy on emotions and even less her own (…), the cultural journalist Beate Naß, said 2007 in her exhibition speech:
“Her work is full of vitality, a process of passionate painting between laughs and tears.

 
Harald Nicolas Stazol , 2009
 
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Vom Jagen
 

Die Kongruenz, die Übereinstimmung von Motiv, Pinselduktus und Bildatmosphäre bleiben trotz digitaler Präsentation erhalten. Stimmung, Temperament und Atemlosigkeit teilen sich fast stärker über die Pinselführung mit, über den oft ungestümen Farbauftrag und die Zerissenheit von Farbflächen, als über das Motiv selbst. Kurz gesagt, die drängende Ruhelosigkeit und Wucht, in denen Gefühle, Gefühlsattacken, sehr direkt, sehr nackt, ausgebreitet werden, schaffen es, Gefühle beim Betrachter zu provozieren, um nicht zu sagen zu attackieren.
Gefühle werden nicht geschont. Die der Betrachter nicht, aber, und das sei nicht vergessen, schon gar nicht die der Malerin. Denn oft erfordert es Mut, Grenzen, vor allem die selbst gesetzten, zu überwinden. Nicht nur den Mut zur intensiven Selbsterforschung, die Tina Oelkers Alltag selbstverständlich mit allen Höhenflüügen und Seelenstürzen begleitet, sondern auch den Mut, das Erforschte und Erkannte und vielleicht noch gar nicht richtig Verdaute malerisch umzusetzen und vor aller Augen auszubreiten.
Das Bewusstwerden um ihre maskulinen Kräfte, die sie neben ihrer Weiblichkeit hat; das Bewusstwerden um die Chancen,
aber auch um die Einsamkeit, die das mit sich bringt. Häufig taucht in ihren Bildern ein Gewehrlauf auf, aggressiv auf die Bildbetrachter gerichtet, oder triumphierend nach oben gereckt über dem erlegten Wild - das wahlweise ein Hase, ein Hirsch, Mann oder Frau sein kann. Mann und Frau, die sich jagen, die nach dem Glück jagen, die manchmal ein Stück davon erbeuten und dann nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, sind ein großes Thema ihrer Bilder.
(...) Die Intensität, mit der sich diese Figuren und mit der sie ihre Betrachter konfrontieren, scheint manchmal fast zu groß.
Aber manchmal muss man drängen und die Kräfte ausreizen, um Antworten zu erhalten.

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Beate Naß , 2007