Tina Oelker

fine arts

1000 Hasen

Stadt Hasen


NYC Hare, 2009, 05:00 Min. / Filmed by Manuel Klein


City Hare Hamburg , 2009, 02:29 Min. / Music by Manuel Klein
 
 

London Hare, 2010, 09:47 Min.
 
 
Presse
brand eins Magazin, 2012 _ Die Hasenmalerin, 2012

1997 bis 2004 Studium im Fach Design seit 2005 Vollzeitmalerin Um die Motivationskraft konkreter Ziele weiß auch Tina Oelker, darum hat sich die 39-Jährige vor fünf Jahren ein solches gesetzt: 1000 Bilder von Hasen will sie malen. Knapp die Hälfte hat sie schon geschafft. Ein kleiner Backsteinbau gegenüber den Landungsbrücken am Hamburger Hafen. Hier ist Oelkers Atelier. Hasenmanufaktur steht draußen an der Wand. …..

Ausschnitte / Katalogtext von Dirk Pfaff 2010

Im Gegensatz zur Serienproduktion eines Carl Andre, Donald Judd oder Andy Warhol legt Tina Oelker großen Wert auf den individuellen Gestus ihrer Malerei, in der das Persönliche nicht hinter einer industriellen Produktion verschwindet, sondern – ganz im Gegenteil– zum künstlerischen Prinzip erhoben wird. Deshalb geht es in ihrem Atelier auch nicht zu wie in einer Fabrik, sondern eher wie in einem Handwerksbetrieb. Damit es daran keinen Zweifel gibt, hängt über ihrem Atelier in Hamburg auch ein Schild mit der Aufschrift „Hasenmanufaktur“. (…)

Das Einnehmende in der Portraitserie zeigt sich vor allem in der Darstellung des Hasen als Trophäe. In jedem einzelnen Bild malt die Ehrfurcht vor der Wildheit des Tieres mit, der mit keinen Mitteln beizukommen ist. Hasen, muss man wissen, sind äußerst widerspenstig und lassen sich in Gefangenschaft nicht halten, ganz im Gegensatz zu ihren Doppelgängern, den Kaninchen, die immer nur so tun, als wären sie Hasen. Dass sie sich trotzdem auf die Leinwand bannen lassen, ist nichts weiter als eine Allegorie der Hetzjagd, die auf die Überlegenheit des Zivilisatorischen gegenüber der Wildheit hindeutet. (…) Ist die repetitive Abbildung der Hasen nicht doch eine stille Anklage gegenüber ihrem Todfeind, dem Menschen? „Diese Fragen“, sagt Tina Oelker, „führen alle ins Nichts.“ Sie sagt das, weil die Beschäftigung mit derartigen Einwänden ein Einfallstor öffnet, die mit ihrer künstlerischen Strategie nichts zu tun haben. Worauf sie hinaus will, ist etwas ganz anderes. Und dieses Andere bezieht sich auf ihre künstlerische Arbeit als Gesamtheit, (…).